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Auszeichnungen wie der Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft sind deshalb interessant: Sie zeigen nicht nur, dass Unternehmen „für Inklusion" sind. Sie zeigen, was sie konkret anders machen. Der Förderpreis der Region Hannover wurde 2026 zum 15. Mal vergeben. Ausgezeichnet wurden Unternehmen, die Inklusion im Arbeitsleben mit konkreten Maßnahmen voranbringen — vollständig unabhängig von ihrer Größe (Region Hannover, 2026)."Inklusion ist kein abstraktes Ideal. Sie zeigt sich im Alltag: bei Aufgaben, Teams, Kundensituationen und Einkauf."
Was Inklusion grundsätzlich bedeutet, erklären wir hier: Was ist Inklusion?
"Kein einheitliches Rezept — aber ein gemeinsamer Nenner: konkrete Maßnahmen statt gut gemeinter Absichten."
Den Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro erhielt das E-Center Christ und Schmidt aus Seelze. Zwei Sonderpreise in Höhe von je 5.000 Euro gingen an ZAK Germany aus Hannover und den EDEKA Markt Wirth aus Hannover-Herrenhausen (Region Hannover, 2026). Die drei Beispiele zeigen, dass inklusive Unternehmenspraxis unterschiedliche Formen annimmt: Beschäftigung im Team, Kundenservice und barriereärmere Einkaufsumgebungen. Was sie verbindet: Es bleibt nicht bei Absichtserklärungen.
"Gute Inklusion entsteht selten über Nacht. Sie wächst durch Vertrauen, Erfahrung und Alltag."
Das E-Center Christ und Schmidt überzeugte durch eine langjährige Kooperation mit der Lebenshilfe Seelze. Menschen mit Behinderung arbeiten dort fest in Teams mit, übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben im Markt und stehen im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden (Region Hannover, 2026). Inklusion erscheint hier nicht als Sonderrolle, sondern als selbstverständlicher Teil des Marktgeschehens.
Auch die Lebenshilfe Seelze beschreibt die Zusammenarbeit als gewachsenen Prozess: Über die Jahre sei ein Vertrauensverhältnis entstanden, mit dem die Kooperation Schritt für Schritt ausgebaut wurde (Lebenshilfe Seelze). Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft dieses Beispiels: Kooperationen brauchen Zeit, aber sie zahlen sich aus.
"Manche Maßnahmen sind überschaubar — aber sie verändern konkret, wer sich willkommen fühlt."
Der EDEKA Markt Wirth in Hannover-Herrenhausen wurde unter anderem für eine wöchentliche „Stille Stunde" ausgezeichnet: gedimmtes Licht, keine Musik, keine Durchsagen. So entsteht eine ruhigere Einkaufsatmosphäre für Menschen, die auf reduzierte Reize angewiesen sind (burgwedel-aktuell.de, 2026). Das Beispiel zeigt, dass Inklusion nicht nur Personalpolitik ist: Auch Kundenerlebnis, Reizumgebung, Kommunikation und Abläufe entscheiden darüber, ob Menschen mit Behinderung wirklich teilhaben können.
"Gute Praxis soll sichtbar werden und andere Unternehmen ermutigen — das ist der Kern beider Auszeichnungen."
Neben regionalen Preisen gibt es den bundesweiten Inklusionspreis für die Wirtschaft. Er wird von Bundesagentur für Arbeit, BDA und UnternehmensForum ausgelobt und zeichnet Unternehmen verschiedener Größen aus, die Inklusion innovativ und vorbildlich im Betrieb leben (Bundesagentur für Arbeit, 2025). Die Bewerbungsfrist für 2026 ist abgelaufen; Preisträger sind noch nicht bekannt gegeben. Wichtig ist der Ansatz: Gute Erfahrungen sollen geteilt werden, damit andere Unternehmen von erfolgreichen Praxisbeispielen lernen können (Inklusionspreis für die Wirtschaft). Der Preis läuft seit 2012 und richtet sich ausdrücklich an Unternehmen jeder Größe und Branche.
Den größeren rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmen von Inklusion in Deutschland erklärt dieser Artikel: Inklusion in Deutschland: Geschichte, Recht und Praxis
"Ausgezeichnete Inklusionspraxis folgt keinem einheitlichen Rezept — aber wiederkehrende Muster sind erkennbar."
Vertrauen aufbauen kommt zuerst: Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und sozialen Organisationen braucht Zeit und wächst durch gemeinsame Erfahrungen. Aufgaben werden an vorhandene Fähigkeiten angepasst, nicht umgekehrt. Teams werden vorbereitet und begleitet, weil Inklusion besser gelingt, wenn Führungskräfte und Kolleginnen und Kollegen wissen, wie Zusammenarbeit konkret funktioniert. Und Kundenerlebnisse werden mitgedacht: Die „Stille Stunde" zeigt, dass auch Ladenumgebung, Reize und Kommunikation Barrieren abbauen können. Was ausgezeichnete Beispiele verbindet, ist nicht eine große Einzelmaßnahme, sondern das Dranbleiben im Alltag.
"Inklusion ist nicht Sonderweg, sondern Erfolgsfaktor für unsere Wirtschaft." — Dr. Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident
Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger formuliert es im Kontext des Inklusionspreises für die Wirtschaft direkt: Unternehmen, die Vielfalt leben, seien resilient, innovativ und attraktiv für Fachkräfte (BDA, 2026). Auch die Region Hannover verbindet die ausgezeichneten Beispiele mit dem Fachkräftethema. Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz betont, der Arbeitsmarkt brauche Unternehmen, die Potenziale erkennen und fördern, statt Barrieren aufzubauen (Region Hannover, 2026). Inklusion ist damit nicht nur eine soziale Frage, sondern eine strategische.
Für Unternehmen mit mindestens 20 Arbeitsplätzen kann dabei auch die Beschäftigungspflicht und Ausgleichsabgabe relevant werden: Ausgleichsabgabe: Was Unternehmen wissen müssen
"Soziale Beschaffung ersetzt keine inklusive Beschäftigung — aber sie kann ein konkreter Baustein sein."
Unternehmen können Produkte und Dienstleistungen von Werkstätten für behinderte Menschen, Inklusionsbetrieben oder Sozialunternehmen beziehen. Dadurch wird Inklusion auch im Einkauf sichtbar, wenn Herkunft, Wirkung und Lieferbeziehungen transparent erklärt werden. Aufträge an anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen können unter bestimmten Voraussetzungen über die ausgewiesene Arbeitsleistung auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden. Nicht jeder Produktkauf ist automatisch anrechenbar (§ 223 SGB IX).
Wie die Anrechnung über ausgewiesene Arbeitsleistung grundsätzlich funktioniert: Ausgleichsabgabe senken durch Werkstattaufträge
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"Auszeichnungen übersetzen Inklusion aus dem Leitbild in Unternehmenspraxis — und zeigen, dass der Einstieg näher liegt als gedacht."
Andreas Mangelsdorf, Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Hannover, formuliert einen Wunsch, der über Preise hinausgeht: Er wünsche sich in Deutschland mehr gesellschaftliche Akzeptanz für Menschen mit Behinderungen und ihre Fähigkeiten, ohne dass es eine gesetzliche Verankerung brauche (burgwedel-aktuell.de, 2026). Auszeichnungen wie der Förderpreis Hannover und der Inklusionspreis für die Wirtschaft sind genau dafür da: Sie machen sichtbar, wie Inklusion im Unternehmensalltag wirklich aussieht — in Teams, Arbeitsplätzen, Prozessen und Kundensituationen.
Ein guter Einstieg ist, konkrete Barrieren zu identifizieren: im Recruiting, in Arbeitsprozessen, in der Kundenkommunikation und im Einkauf. Die Beispiele aus Hannover zeigen, dass Inklusion in Teams, Aufgaben und Kundenerlebnissen beginnt, nicht in Hochglanzprogrammen.
Inklusion kann helfen, Potenziale besser zu nutzen, Fachkräfte zu gewinnen, Teams vielfältiger zu machen und die Arbeitgebermarke zu stärken. Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger nennt Inklusion einen Erfolgsfaktor für die Wirtschaft — nicht einen Sonderweg (BDA, 2026).
Ja. Der Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft der Region Hannover wird seit 2012 jährlich vergeben. Der bundesweite Inklusionspreis für die Wirtschaft wird seit 2012 von Bundesagentur für Arbeit, BDA und UnternehmensForum ausgelobt.
Ein bundesweiter Wettbewerb, der Unternehmen verschiedener Größen und Branchen auszeichnet, die Inklusion vorbildlich im Betrieb leben. Ausgelobt von Bundesagentur für Arbeit, BDA und UnternehmensForum. Preisträger 2026 werden noch bekannt gegeben.
Auszeichnungen wie der Förderpreis Hannover zeigen explizit: Unternehmensgröße ist kein Kriterium. Entscheidend sind konkrete Maßnahmen — barriereärmere Prozesse, Kooperationen mit Sozialorganisationen oder angepasste Arbeitsplätze. Kleine Schritte zählen.
Eine wöchentliche Maßnahme für barriereärmeres Einkaufen: gedimmtes Licht, keine Musik, keine Durchsagen. Sie richtet sich an Menschen, die auf reduzierte Reize angewiesen sind, und wurde beim Förderpreis Hannover 2026 ausgezeichnet.
Nein. Soziale Beschaffung ersetzt keine inklusive Beschäftigung und keine barrierefreien Arbeitsplätze. Sie kann aber ein ergänzender Baustein sein: Wenn Unternehmen bei Werkstätten für behinderte Menschen, Inklusionsbetrieben oder Sozialunternehmen einkaufen, stärken sie wirtschaftliche Teilhabe direkt.
Die im Artikel verwendeten Bilder wurden mithilfe generativer KI erstellt.