Leichte Sprache im Unternehmen: Wie verständliche Kommunikation Teilhabe im Arbeitsalltag erleichtern kann

09.10.2026
von Werkstudentinnen
Strukturierte Arbeitsunterlagen auf einem Holztisch mit klaren visuellen Elementen als Symbol für verständliche Kommunikation im Unternehmen — Illustration erstellt mit KI

  • Auch Informationen können im Arbeitsalltag zur Barriere werden, wenn Beschäftigte sie nicht verstehen oder nicht selbstständig nutzen können.
  • Leichte Sprache ist nicht dasselbe wie Einfache Sprache. Welche Form passt, hängt von der Situation und vom konkreten Informationsbedarf ab.
  • Aktuelle Forschung zeigt Potenziale und Grenzen, auch beim Einsatz von KI. Einen allgemeinen Wirkungsnachweis für Unternehmen liefert sie bisher nicht.

Eine Arbeitsanweisung liegt vor. Alle wichtigen Informationen stehen darin. Trotzdem kann eine Person sie nicht gut nutzen, weil Sprache, Aufbau oder Erklärungen zu schwer verständlich sind.

Auch das ist eine Barriere am Arbeitsplatz.

Wenn Unternehmen über Barrierefreiheit sprechen, denken viele zuerst an Gebäude, digitale Anwendungen oder technische Hilfsmittel. Doch auch Informationen entscheiden darüber, ob Menschen Aufgaben verstehen, Abläufe nachvollziehen und sich im Arbeitsalltag orientieren können.

Leichte Sprache kann dabei für manche Menschen sehr hilfreich sein. Sie ist aber weder für alle Beschäftigten notwendig noch einfach nur eine besonders kurze Form von normalem Deutsch.

Kurz gesagt: Leichte Sprache kann Informationsbarrieren im Arbeitsalltag abbauen. Entscheidend ist aber nicht, möglichst viele Texte zu übersetzen, sondern den konkreten Bedarf zu prüfen: Wer braucht welche Information, in welcher Situation und in welcher Form?

Hinweis: Dieser Artikel ist bewusst in verständlicher Standardsprache geschrieben. Er erklärt Leichte Sprache, ist aber selbst kein Text in Leichter Sprache.

In diesem Beitrag erfährst du:

Was ist Leichte Sprache?

Kurz erklärt: Leichte Sprache ist eine besonders verständlich gestaltete Form der deutschen Sprache. Sie soll Menschen den Zugang zu Informationen erleichtern, wenn standardsprachliche Texte für sie eine große Verständnishürde darstellen.

Dabei geht es nicht nur um kurze Sätze oder einfache Wörter.

Die im März 2025 veröffentlichte DIN SPEC 33429:2025-03 behandelt unter anderem Sprache, Gestaltung, Nutzungssituation, Erstellungsprozess und Prüfung. An ihrer Entwicklung waren auch Menschen mit Lese- und Lernschwierigkeiten beteiligt.

Die DIN SPEC ist eine Spezifikation. Sie bedeutet nicht automatisch, dass nun alle Unternehmen oder alle Texte eine allgemeine Pflicht zur Leichten Sprache haben.

Wichtig ist außerdem der Zielgruppenbezug. Ein Text ist nicht allein deshalb gut verständlich, weil bestimmte Regeln eingehalten werden. Entscheidend ist auch, ob Menschen die enthaltenen Informationen im jeweiligen Kontext tatsächlich verstehen und nutzen können.

Leichte Sprache, Einfache Sprache und verständliche Kommunikation: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt. Für Unternehmen ist es aber sinnvoll, sie zu unterscheiden.

Leichte Sprache

Ziel:
Zugang bei deutlichen Verständnishürden erleichtern.

Gestaltung:
Besonders reduzierte sprachliche Komplexität, zusätzliche Erklärungen und klare Struktur.

Referenz:
DIN SPEC 33429:2025-03.

Einsatz:
Bei entsprechendem konkretem Bedarf.

Einfache Sprache

Ziel:
Verständlichkeit für breitere Gruppen verbessern.

Gestaltung:
Klare, zugängliche Sprache mit geringerem Vereinfachungsgrad.

Referenz:
Unter anderem DIN ISO 24495-1 und DIN 8581-1.

Einsatz:
Für viele Zielgruppen geeignet.

Verständliche Kommunikation

Ziel:
Informationen klar, zugänglich und passend vermitteln.

Gestaltung:
Abhängig von Zielgruppe, Inhalt und Situation.

Referenz:
Kein einzelnes einheitliches Regelwerk.

Einsatz:
In vielen betrieblichen Situationen sinnvoll.

Einfache Sprache ist also nicht einfach eine etwas schwächere Form Leichter Sprache. Sie hat eigene Grundsätze und einen eigenen Standardisierungsrahmen.

Für Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig. Nicht jede komplizierte Rundmail braucht Leichte Sprache. Gleichzeitig reicht eine nur etwas freundlichere Formulierung oft nicht aus, wenn Menschen auf deutlich zugänglichere Informationen angewiesen sind.

Welche Sprachform sinnvoll ist, lässt sich außerdem nicht allein aus einer Behinderung oder Diagnose ableiten. Menschen haben unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Informationsbedarfe.

Wo verständliche Kommunikation im Unternehmen wichtig sein kann

Informationen begleiten fast jeden Arbeitsschritt. Deshalb können Verständnishürden an vielen Stellen entstehen.

Ein besonders naheliegendes Forschungsfeld sind Arbeitsanweisungen. Das aktuelle Forschungsprojekt STARK-LS untersucht unter anderem, wie Leichte Sprache und digitale Unterstützung berufliche Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen könnten.

Daneben gibt es weitere betriebliche Situationen, in denen Unternehmen genauer hinschauen können.

Onboarding

Neue Mitarbeitende verstehen einen komplexen Prozess nicht gut.

Möglicher Ansatz: klare Schrittfolgen, Einfache Sprache, bei Bedarf Leichte Sprache.

Wichtig: den individuellen Bedarf klären.

Arbeitsanweisungen

Anweisungen sind sprachlich schwer verständlich.

Möglicher Ansatz: Leichte Sprache, Bilder oder andere unterstützende Formate.

Wichtig: fachliche Richtigkeit und Praxistauglichkeit erhalten.

Interne Kommunikation

Rundmails oder interne Hinweise sind unnötig kompliziert.

Möglicher Ansatz: verständliche oder Einfache Sprache.

Wichtig: nicht jede Information braucht Leichte Sprache.

Sicherheitsinformationen

Wichtige Hinweise sind schwer zugänglich.

Möglicher Ansatz: klare Sprache und passende Darstellungen.

Wichtig: sicherheitsrelevante Inhalte dürfen nicht verloren gehen.

Digitale Formulare

Beschriftungen oder Hinweise sind sprachlich schwer verständlich.

Möglicher Ansatz: klare Beschriftungen und sprachliche Unterstützung.

Wichtig: Sprache allein beseitigt keine technischen Barrieren.

Rechte und Beteiligung

Beschäftigte können Informationen zu Rechten oder Beteiligungsmöglichkeiten nicht gut nachvollziehen.

Möglicher Ansatz: zugängliche Erklärungen, gegebenenfalls Leichte Sprache.

Wichtig: die rechtliche Bedeutung muss korrekt bleiben.

Wichtig: Diese Beispiele sind eine redaktionelle Anwendungshilfe von includo. Sie sind keine empirisch geprüfte Maßnahmenmatrix aus der STARK-LS-Forschung.

Die Grundidee dahinter ist einfach: Verständliche Kommunikation bedeutet nicht, jede Information maximal zu vereinfachen. Sie bedeutet, Informationen so bereitzustellen, dass Menschen sie in ihrer konkreten Arbeitssituation verstehen und nutzen können.

Was die neue STARK-LS-Forschung zeigt und was noch offen ist

Im September 2026 erschien die wissenschaftliche Studie „Leichte Sprache in der Arbeitswelt“ von Lea Gierke und weiteren Forschenden aus dem Umfeld des BMAS-geförderten Projekts STARK-LS.

Die Studie untersucht unter anderem, welchen Stellenwert Leichte Sprache für berufliche Teilhabe haben kann und welche Chancen und Grenzen KI-gestützte Übersetzung mit sich bringt.

Dafür wurden 18 Expert:inneninterviews geführt, von denen 16 in die qualitative Auswertung eingeflossen sind.

Die Studie zeigt

✓ Einschätzungen von Fachleuten zum Stellenwert Leichter Sprache in der Arbeitswelt.

✓ Potenziale und Hürden KI-gestützter Übersetzung.

✓ Qualitäts- und Organisationsfragen, die im betrieblichen Kontext wichtig werden können.

Die Studie zeigt nicht

✕ Dass Leichte Sprache automatisch Beschäftigungsdauer oder berufliche Übergänge verbessert.

✕ Dass Unternehmen durch Leichte Sprache automatisch produktiver werden.

✕ Wie potenzielle Nutzerinnen und Nutzer selbst die untersuchten Lösungen bewerten.

Die Untersuchung liefert also Einblicke aus verschiedenen professionellen Perspektiven. Sie ist aber keine kontrollierte Wirksamkeitsstudie.

Auch die Perspektive möglicher Nutzerinnen und Nutzer wurde in dieser Untersuchung noch nicht direkt erhoben. Weitere Praxisuntersuchungen sind Teil des Forschungsprojekts.

Die befragten Fachleute berichten außerdem, dass Leichte Sprache in der internen Kommunikation von Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes bislang wenig verbreitet sei. Zugleich unterscheiden sich ihre Einschätzungen dazu, wie groß ihr konkreter Nutzen in betrieblichen Situationen ist.

Der Forschungsstand zeigt: Informationsbarrieren sollten ernst genommen werden. Eine pauschale Erfolgsformel für den Einsatz Leichter Sprache im Unternehmen liefert er bisher aber nicht.

Wie Unternehmen Informationsbarrieren systematisch angehen können

Aus den fachlichen Grundlagen lässt sich für Unternehmen eine praktische Orientierung ableiten. Die folgenden fünf Schritte sind ein redaktionelles includo-Modell. Sie sind keine wissenschaftlich validierte Methode aus der STARK-LS-Studie.

01

Informationsbarrieren erkennen

Nicht mit der Übersetzung beginnen, sondern mit der Situation: Wo werden Informationen nicht verstanden oder nicht selbstständig genutzt?

02

Menschen einbeziehen

Gemeinsam klären, welche Informationen benötigt werden und welche Form der Kommunikation tatsächlich hilfreich ist.

03

Sprachform auswählen

Je nach Situation können verständliche Standardsprache, Einfache Sprache, Leichte Sprache oder ergänzende Formate sinnvoll sein.

04

Informationen zugänglich gestalten

Sprache, Aufbau, Gestaltung, Bilder und Nutzungssituation zusammendenken, ohne fachliche oder rechtliche Inhalte zu verfälschen.

05

Verständlichkeit prüfen

Nicht nur Regeln abhaken. Entscheidend ist, ob Menschen die Information in der vorgesehenen Situation tatsächlich verstehen und nutzen können.

Zielgruppenbeteiligung und geeignete Prüfprozesse sind deshalb wichtige Elemente qualitätsorientierter Leichter Sprache. Das BMAS hebt bei der Anwendung Leichter Sprache ebenfalls die Zusammenarbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten hervor.

Kann KI bei Leichter Sprache helfen?

Kurz gesagt: KI kann einzelne Schritte bei der Erstellung Leichter Sprache unterstützen. Sie garantiert aber weder sachliche Richtigkeit noch Verständlichkeit für die jeweilige Zielgruppe.

Denkbar sind zum Beispiel Formulierungsvorschläge, erste Überarbeitungen oder Hinweise auf schwer verständliche Begriffe.

Die aktuelle STARK-LS-Forschung beschreibt gleichzeitig klare Grenzen. KI-Ergebnisse können sachlich falsch sein, den Kontext nicht gut genug berücksichtigen oder wichtige Anforderungen an Zielgruppenbezug und Qualitätssicherung verfehlen. Auch die erwartete Zeitersparnis trat in den berichteten Erfahrungen nicht durchgehend ein.

Hinzu kommen für Unternehmen Fragen zum Umgang mit vertraulichen oder personenbezogenen Informationen.

Deshalb bleiben fachliche Prüfung, sprachliche Qualitätssicherung und die Einbeziehung geeigneter Nutzerinnen und Nutzer wichtig.

Müssen Unternehmen Informationen in Leichter Sprache anbieten?

Eine pauschale Antwort für alle Unternehmen und alle internen Informationen wäre zu weitgehend.

§ 11 des Behindertengleichstellungsgesetzes enthält Vorgaben zu Verständlichkeit und Leichter Sprache für Träger öffentlicher Gewalt. Daraus lässt sich keine allgemeine Pflicht ableiten, nach der private Arbeitgeber sämtliche Arbeitsanweisungen, Onboarding-Unterlagen oder interne Kommunikation in Leichter Sprache anbieten müssen.

Wichtig: Umgekehrt wäre auch die Aussage zu pauschal, Leichte Sprache sei für private Unternehmen immer nur freiwillig. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von der konkreten Organisation, den betroffenen Personen und der jeweiligen Information ab. Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.

Leichte Sprache und Barrierefreiheit: nicht dasselbe

Leichte Sprache kann eine Form sprachlicher Zugänglichkeit sein. Sie beseitigt aber nicht automatisch andere Barrieren.

Ein digitaler Prozess kann zum Beispiel sehr verständlich formuliert und trotzdem technisch nicht barrierefrei bedienbar sein. Umgekehrt kann eine technisch barrierefreie Anwendung sprachlich schwer verständlich bleiben.

Wie barrierefreie Kommunikation im Unternehmen über Leichte Sprache hinaus eingeordnet werden kann, zeigt unser Ratgeber Barrierefreie Kommunikation: Was Unternehmen wissen müssen.

Welche Anforderungen speziell an digitale Angebote gestellt werden und wie sich BFSG, WCAG und technische Barrierefreiheit einordnen lassen, erklären wir im Beitrag Digitale Barrierefreiheit: Anforderungen, Gesetze und praktische Umsetzung.

Warum Leichte Sprache allein noch keinen inklusiven Arbeitsplatz schafft

Verständliche Informationen können Teilhabe erleichtern. Sie sind aber nur ein Teil des Arbeitsumfelds.

Ob Menschen tatsächlich mitarbeiten, Entscheidungen nachvollziehen und ihre Kompetenzen einbringen können, hängt auch von Arbeitsabläufen, Technik, Unterstützung und betrieblicher Zusammenarbeit ab.

Eine gut verständliche Arbeitsanweisung kann hilfreich sein. Wenn die Aufgabe selbst aber nicht zugänglich gestaltet ist oder notwendige Unterstützung fehlt, bleibt eine andere Barriere bestehen.

Wie Unternehmen diese breitere Perspektive aufgreifen können, zeigen wir im Ratgeber Inklusion als Unternehmensstrategie.

Fazit: Verständlichkeit beginnt beim tatsächlichen Bedarf

Leichte Sprache kann im Arbeitsalltag den Zugang zu Informationen erleichtern. Sie ist aber weder ein Synonym für verständliche Kommunikation noch automatisch für jede Person die passende Lösung.

Unternehmen sollten deshalb nicht zuerst fragen, wie viele Texte sie übersetzen können. Sinnvoller ist die Frage: Wo verhindert Kommunikation heute, dass Menschen Informationen verstehen und nutzen können?

Von dort aus lassen sich Zielgruppe, Sprachform und Gestaltung bestimmen. Im nächsten Schritt kann geprüft werden, ob die Information tatsächlich verständlich und nutzbar ist.

Leichte Sprache ist damit kein Allheilmittel für inklusive Arbeit. Sie kann aber dort ein wichtiger Baustein sein, wo Informationen selbst zur Barriere werden.

Unsere includo Einordnung: Verständlichkeit ist Teil inklusiver Arbeitsorganisation

includo

Für uns bei includo gehört verständliche Kommunikation zu inklusiver Arbeitsorganisation. Informationen sollten so gestaltet sein, dass Menschen Aufgaben nachvollziehen, Entscheidungen verstehen und sich möglichst selbstständig im Arbeitsalltag orientieren können. Dabei geht es nicht darum, jede Information maximal zu vereinfachen, sondern unnötige Verständnishürden zu erkennen.

Entscheidend ist deshalb, unterschiedliche Informationsbedarfe ernst zu nehmen und die Menschen einzubeziehen, die eine Information tatsächlich nutzen sollen. Leichte Sprache kann dabei ein wichtiges Instrument sein, wenn sie zur Person, zur Situation und zur benötigten Information passt. Inklusion bedeutet für uns auch, Kommunikation so zu gestalten, dass unterschiedliche Menschen ihre Perspektiven und Kompetenzen einbringen können.

Teilhabe wird leichter, wenn Menschen Informationen verstehen, Entscheidungen nachvollziehen und ihre Perspektiven einbringen können.

FAQ

Was ist Leichte Sprache im Unternehmen?

Leichte Sprache ist eine besonders verständlich gestaltete Form der deutschen Sprache. Im Unternehmen kann sie eingesetzt werden, wenn Beschäftigte standardsprachliche Informationen nicht ausreichend verstehen oder nutzen können. Welche Informationen geeignet sind, hängt vom konkreten Bedarf ab.

Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache?

Leichte und Einfache Sprache sind unterschiedliche Konzepte. Leichte Sprache arbeitet mit einer besonders starken Reduktion sprachlicher Komplexität und eigenen Qualitätsanforderungen. Einfache Sprache soll Informationen ebenfalls verständlicher machen, richtet sich aber an breitere Zielgruppen und folgt einem anderen Standardisierungsrahmen.

Für wen ist Leichte Sprache am Arbeitsplatz sinnvoll?

Sie kann insbesondere Menschen helfen, für die standardsprachliche Informationen eine erhebliche Verständnishürde darstellen. Ein entsprechender Bedarf sollte nicht allein aus einer Behinderung oder Diagnose abgeleitet, sondern individuell betrachtet werden.

Welche Informationen können Unternehmen in Leichter Sprache anbieten?

Mögliche Einsatzfelder sind zum Beispiel Arbeitsanweisungen oder andere für die konkrete Tätigkeit wichtige Informationen. Auch bei Onboarding, Formularen oder internen Prozessen kann zugänglichere Kommunikation sinnvoll sein. Nicht jede Information braucht jedoch Leichte Sprache.

Müssen private Unternehmen interne Informationen in Leichter Sprache bereitstellen?

Es besteht keine allgemeine Pflicht, sämtliche internen Informationen privater Unternehmen in Leichter Sprache anzubieten. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt von der konkreten Situation ab. § 11 BGG betrifft den dort geregelten öffentlichen Bereich.

Kann KI zuverlässig Texte in Leichte Sprache übersetzen?

KI kann bei einzelnen Arbeitsschritten unterstützen. Die aktuelle Forschung beschreibt jedoch Risiken bei sachlicher Richtigkeit, Kontext, Zielgruppenbezug und Qualitätssicherung. KI-Ausgaben sollten deshalb fachlich und sprachlich geprüft werden.

Quellen zum Artikel

  1. Gierke, Lea et al. (2026): Leichte Sprache in der Arbeitswelt. Eine qualitative Studie zu Potenzialen und Hürden für den Einsatz KI-gestützter Übersetzungstools. HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik.
    https://link.springer.com/article/10.1365/s40702-026-01326-4
    DOI: https://doi.org/10.1365/s40702-026-01326-4
  2. DIN (2025): Veröffentlichung der DIN SPEC 33429:2025-03.
    https://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/naerg/veroeffentlichung-der-din-spec-33429-2025-03-1210752
  3. DIN Media: DIN SPEC 33429.
    https://www.dinmedia.de/de/technische-regel/din-spec-33429/387728031
  4. DIN Media: Leichte und Einfache Sprache.
    https://www.dinmedia.de/de/themenseiten/leichte-und-einfache-sprache
  5. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Leichte Sprache anwenden.
    https://www.bmas.de/DE/Soziales/Teilhabe-und-Inklusion/Leichte-Sprache-anwenden/leichte-sprache-anwenden.html
  6. Behindertengleichstellungsgesetz: § 11 Verständlichkeit und Leichte Sprache.
    https://www.gesetze-im-internet.de/bgg/__11.html
  7. Forschungsprojekt STARK-LS: Projektinformationen.
    https://teilhabe-leichte-sprache.de/

Bei der Erstellung dieses Beitrags und seiner Illustrationen wurde generative KI unterstützend eingesetzt. Auswahl, Einordnung und redaktionelle Prüfung der Inhalte verantwortet der Autor.

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