Am 24. September 2026 wechseln Menschen für einen Tag ihre Arbeitsplätze. Menschen aus Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Tagesförderstätten und anderen Leistungsanbietern lernen Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts kennen. Gleichzeitig erhalten Mitarbeitende dieser Unternehmen Einblicke in die Arbeit und den Alltag sozialer Einrichtungen. Das ist der Schichtwechsel. Ein Format, das 2017 als Berliner Initiative begann und inzwischen bundesweit stattfindet. Seine besondere Stärke liegt in etwas sehr Einfachem und zugleich Wichtigem: Menschen begegnen einander unmittelbar. Aus dieser Offenheit kann mehr entstehen. Genau deshalb lohnt sich auch die Frage, wie Unternehmen, Werkstätten und Teilnehmende den begonnenen Austausch nach diesem Tag gemeinsam weiterführen können.
In diesem Beitrag erfährst du:
Der bundesweite Aktionstag Schichtwechsel findet 2026 zum achten Mal statt. Am 24. August 2026 waren laut BAG WfbM rund 330 Einrichtungen angemeldet. Die BAG WfbM spricht angesichts des bisherigen Anmeldestands von einem möglichen neuen Teilnahmerekord (BAG WfbM, 24.08.2026).
Schon die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie groß die Bereitschaft zum Austausch inzwischen ist. 2025 nahmen nach Angaben der BAG WfbM rund 370 Werkstätten und insgesamt 4.800 Menschen teil: rund 2.700 Werkstattbeschäftigte sowie 2.100 Tauschpartnerinnen und Tauschpartner aus Unternehmen (BAG WfbM, Projektseite). Die Zahlen von 2025 und 2026 sind nur eingeschränkt direkt vergleichbar, weil 2026 neben Werkstätten auch Tagesförderstätten und andere Leistungsanbieter als Einrichtungen mitgezählt werden.
Auch 2026 beteiligen sich wieder ganz unterschiedliche Organisationen. DHL Express organisiert beispielsweise Tauschaktionen an sieben Standorten. Hinzu kommen Verwaltungen, Kindergärten, Seniorenheime und weitere Einrichtungen. Gerade diese Vielfalt macht den Aktionstag interessant: Begegnung findet nicht nur in einzelnen Branchen oder zwischen wenigen spezialisierten Akteuren statt, sondern mitten im Arbeitsalltag.
Ein besonderes Merkmal des Schichtwechsels ist seine Gegenseitigkeit. Menschen aus Werkstätten, Tagesförderstätten und anderen Leistungsanbietern lernen Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts und deren Tätigkeiten kennen. Gleichzeitig wechseln Beschäftigte aus diesen Unternehmen in die andere Arbeitswelt.
Dadurch entsteht kein klassischer Besichtigungstermin. Beide Seiten verlassen für einen Tag ihren gewohnten Arbeitskontext. Werkstattbeschäftigte können neue Tätigkeiten, Teams und Unternehmen kennenlernen. Unternehmensmitarbeitende wiederum erleben Arbeitsbereiche, Fähigkeiten, Abläufe und Unterstützungsstrukturen, mit denen sie zuvor vielleicht wenig unmittelbaren Kontakt hatten.
Genau darin liegt eine Stärke des Formats: Begegnung findet auf Augenhöhe und über gemeinsames Arbeiten statt. Statt ausschließlich übereinander zu sprechen, arbeiten Menschen miteinander und lernen voneinander.
Was WfbM, Inklusionsbetriebe und Sozialunternehmen voneinander unterscheidet und was das für Unternehmen praktisch bedeutet, erklären wir im Ratgeber WfbM, Inklusionsbetrieb und Sozialunternehmen: Wo liegt der Unterschied?.
Begegnung allein ist noch nicht das Ziel. Aber sie kann Türen öffnen, durch die anschließend gemeinsam weitere Schritte möglich werden.
Die BAG WfbM nennt den Abbau von Berührungsängsten und Vorurteilen als eines der Ziele des Schichtwechsels. Dahinter steht ein nachvollziehbarer Gedanke: Wer bisher kaum persönlichen Kontakt zu Menschen aus Werkstätten oder zu den jeweiligen Arbeitswelten hatte, bekommt durch einen gemeinsamen Arbeitstag die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln.
Diese Offenheit verdient Anerkennung. Werkstattbeschäftigte lassen sich auf neue Unternehmen, Tätigkeiten und Teams ein. Unternehmen wiederum öffnen ihre Arbeitsplätze und Mitarbeitende wechseln für einen Tag in Werkstätten oder andere Einrichtungen. Damit schaffen alle Beteiligten bewusst Raum für Begegnung und gegenseitiges Kennenlernen.
Gleichzeitig wird rund um Aktionstage wie den Schichtwechsel auch die Frage diskutiert, was nach einem solchen Tag folgen sollte. Diese Perspektive ist wichtig, ohne den Wert des Formats kleinzureden. Ein einzelner Aktionstag kann nicht sämtliche Fragen rund um Beschäftigung, Übergänge, Werkstattentgelt oder Barrieren auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt lösen. Das muss auch nicht sein Anspruch sein.
Seine Stärke liegt vielmehr darin, etwas zu ermöglichen, das für weitere Entwicklungen häufig notwendig ist: einen ersten persönlichen Kontakt. Aus einem Kennenlernen kann ein weiteres Gespräch entstehen. Aus einem Gespräch vielleicht ein Praktikum, ein gemeinsames Projekt, ein ausgelagerter Arbeitsplatz, eine neue Geschäftsbeziehung oder auch eine reguläre Beschäftigung. Und manchmal bleibt zunächst einfach ein besseres Verständnis füreinander. Auch das ist wertvoll.
Die veröffentlichten Teilnehmerzahlen allein erlauben keine Aussage darüber, wie häufig oder wie dauerhaft solche Entwicklungen entstehen. Deshalb sollte der Schichtwechsel weder überhöht noch kleingeredet werden. Die konstruktive Frage lautet vielmehr: Welche Möglichkeiten eröffnet die Begegnung und wie können die Beteiligten diese anschließend gemeinsam weiterentwickeln?
Der Schichtwechsel findet in einem Arbeitsmarkt statt, in dem bereits Fortschritte sichtbar sind, gleichzeitig aber weiterhin viel Potenzial besteht. Die Bundesagentur für Arbeit hat im Juli 2026 aktuelle Daten veröffentlicht. Für 2024 weist sie rund 1,14 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung aus, die bei beschäftigungspflichtigen Arbeitgebern beschäftigt waren. Das waren 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das allgemeine Beschäftigungswachstum lag im selben Zeitraum bei 0,4 Prozent (Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Nr. 28, 22.07.2026).
Gleichzeitig lag die Erwerbstätigenquote schwerbehinderter Menschen 2024 bei 50,9 Prozent, gegenüber 77,2 Prozent in der Bevölkerung insgesamt. Von rund 181.000 anzeigepflichtigen Arbeitgebern erfüllten 39 Prozent ihre Beschäftigungspflicht vollständig, weitere 36 Prozent teilweise. Etwa ein Viertel besetzte keinen Pflichtarbeitsplatz.
Interessant ist auch der Blick auf Qualifikation: Unter den 2025 arbeitslos gemeldeten Menschen mit Schwerbehinderung verfügten 52 Prozent über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss, gegenüber 45 Prozent aller Arbeitslosen. BA-Vorstand Daniel Terzenbach spricht deshalb von einem bislang nicht vollständig ausgeschöpften Fachkräftepotenzial.
Diese Zahlen erklären nicht, warum Beschäftigungschancen unterschiedlich sind. Sie zeigen aber, warum Formate sinnvoll sein können, die Menschen und Unternehmen überhaupt miteinander in Kontakt bringen. Persönliche Begegnung ersetzt keine strukturellen Maßnahmen. Sie kann Unternehmen aber einen Zugang zu Menschen, Fähigkeiten und Perspektiven eröffnen, die ihnen im normalen Arbeitsalltag bislang vielleicht wenig begegnen.
Eine ausführlichere Einordnung findest du im Ratgeber Inklusion am Arbeitsmarkt 2025.
Der Schichtwechsel kann ein erster Schritt sein. Welcher nächste Schritt passt, entscheiden die beteiligten Menschen gemeinsam.
Nach Angaben der BAG WfbM entstehen aus einzelnen Tauschaktionen auch längerfristige Kooperationen und Netzwerke. Wie häufig das passiert, lässt sich aus den veröffentlichten Teilnehmerzahlen nicht ableiten. Es gibt aber konkrete Beispiele dafür, welche Entwicklungen aus einer ersten Begegnung entstehen können.
Vitos Teilhabe berichtete im August 2026 über einen Werkstattbeschäftigten, der durch einen früheren Schichtwechsel einen Wertstoffhof kennenlernte. Auf den Aktionstag folgte ein Praktikum. Seit März 2026 arbeitet er dort im Rahmen einer betriebsintegrierten Beschäftigung (Vitos Teilhabe, August 2026).
Bei einer betriebsintegrierten Beschäftigung beziehungsweise einem ausgelagerten Arbeitsplatz arbeitet die Person in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarkts, bleibt jedoch grundsätzlich im Rechtsverhältnis zur Werkstatt. § 219 SGB IX sieht solche ausgelagerten Plätze sowohl zur Vorbereitung eines Übergangs als auch dauerhaft vor.
Das Beispiel ist keine allgemeine Erfolgsgarantie. Es zeigt aber sehr anschaulich, welche Möglichkeiten aus einem zunächst kleinen Schritt entstehen können: Ein Mensch lernt einen neuen Arbeitsplatz kennen, beide Seiten sammeln Erfahrungen und daraus entwickelt sich eine passende nächste Möglichkeit.
Andere Wege können genauso sinnvoll sein. Auf einen Schichtwechsel können beispielsweise ein weiterer Betriebsbesuch, ein Praktikum, eine betriebliche Erprobung, ein ausgelagerter Arbeitsplatz, eine reguläre Beschäftigung, ein gemeinsames Projekt oder eine längerfristige Kooperation folgen. Entscheidend ist nicht, dass jede Begegnung zum gleichen Ergebnis führt. Entscheidend ist, dass Menschen echte Möglichkeiten kennenlernen und gemeinsam prüfen können, welcher Weg für sie passt.
Mehr Möglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und starke, verlässliche Werkstätten schließen einander nicht aus.
Werkstätten für behinderte Menschen sind für viele Menschen wichtige Orte. Sie bieten Arbeit, Qualifizierung und Unterstützung, schaffen soziale Kontakte und können sehr gezielt auf unterschiedliche Fähigkeiten und Unterstützungsbedarfe eingehen. Viele Werkstattbeschäftigte schätzen genau diese Verlässlichkeit, Gemeinschaft und die Möglichkeit, in einem für sie passenden Umfeld tätig zu sein.
Gleichzeitig gehört es zu einer inklusiven Arbeitswelt, unterschiedliche Wege zugänglich zu machen. Manche Menschen möchten langfristig in ihrer Werkstatt arbeiten. Andere interessieren sich für einen ausgelagerten Arbeitsplatz oder möchten den allgemeinen Arbeitsmarkt kennenlernen. Wieder andere wünschen sich einen Wechsel in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis.
Auch der gesetzliche Auftrag der WfbM bildet diese Vielfalt ab. § 219 SGB IX sieht unter anderem vor, geeignete Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern. Gleichzeitig können ausgelagerte Arbeitsplätze auch dauerhaft bestehen.
Auch innerhalb der Werkstattlandschaft werden Weiterentwicklungen diskutiert, etwa bei Einkommen, beruflicher Bildung, Teilhabemöglichkeiten und Übergängen. Das spricht nicht gegen Werkstätten. Im Gegenteil: Es zeigt, dass sich auch ein wichtiger und etablierter Baustein der Teilhabe weiterentwickeln kann.
Für includo ist deshalb nicht die Frage entscheidend, welcher Weg pauschal „der bessere“ ist. Wichtig sind Wahlmöglichkeiten, passende Unterstützung und echte Zugänge. Eine gute inklusive Arbeitswelt sollte unterschiedliche Wege ermöglichen und die Entscheidungen der Menschen respektieren.
Der Schichtwechsel lebt zunächst von Offenheit und Begegnung. Besonders spannend wird es, wenn diese Offenheit nach dem Aktionstag erhalten bleibt. Unternehmen müssen dabei nicht sofort ein großes Inklusionsprogramm entwickeln. Oft beginnt der nächste Schritt viel kleiner.
Ein guter Anfang ist, miteinander im Gespräch zu bleiben: Was hat beiden Seiten gefallen? Welche Tätigkeiten waren interessant? Gibt es Wünsche für einen weiteren Austausch? Welche Möglichkeiten könnten zum Menschen und zum Unternehmen passen?
Daraus können unterschiedliche Wege entstehen. Ein eintägiger Einblick kann beispielsweise durch ein Praktikum oder eine betriebliche Erprobung vertieft werden, wenn das für die beteiligte Person gewünscht und sinnvoll ist. Unternehmen können gemeinsam mit Arbeitsagenturen, Integrationsfachdiensten oder anderen Beratungsstellen prüfen, welche Tätigkeiten, Unterstützungsangebote und Formen inklusiver Beschäftigung infrage kommen.
Zusammenarbeit kann aber auch anders weitergehen. Gemeinsame Projekte oder Dienstleistungen können Beziehungen vertiefen. Werkstätten verfügen in vielen Bereichen über langjährige Kompetenzen und zuverlässige Produktions- und Dienstleistungsstrukturen. Aus einem ersten Kontakt kann so auch eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Organisationen entstehen.
Praxisbeispiele dafür, wie Unternehmen Inklusion längerfristig in ihren Arbeitsalltag integrieren können, findest du im Ratgeber Inklusion im Unternehmen: Was Praxisbeispiele zeigen.
Auch soziale Beschaffung kann eine weitere Form der Zusammenarbeit sein. Dabei gilt ausdrücklich: Soziale Beschaffung ersetzt keine inklusive Beschäftigung. Sie kann aber zusätzlich Geschäftsbeziehungen zu Werkstätten, Inklusionsbetrieben oder Sozialunternehmen eröffnen. Welche sozialen Merkmale oder Effekte mit einem konkreten Auftrag verbunden sind, hängt vom Anbieter, Auftrag und Wertschöpfungsanteil ab.
Wie Unternehmen Produkte und Dienstleistungen aus Werkstätten praktisch beschaffen können, erklären wir auf der Seite Produkte aus Werkstätten kaufen.
Der Schichtwechsel zeigt, was möglich wird, wenn Menschen bereit sind, ihre Arbeitswelt für einen Tag zu öffnen und die Perspektive zu wechseln.
Am 24. September kommen wieder Menschen zusammen, deren Arbeitswelten sich im Alltag vielleicht nur selten begegnen. Genau darin liegt der Wert des Schichtwechsels. Werkstattbeschäftigte, soziale Einrichtungen und Unternehmen öffnen ihre Türen, lernen voneinander und sammeln gemeinsame Erfahrungen.
Ein Aktionstag muss nicht alle Fragen rund um eine inklusive Arbeitswelt beantworten. Er kann aber etwas schaffen, das für viele weitere Schritte wichtig ist: persönlichen Kontakt, Neugier, Vertrauen und ein besseres Verständnis füreinander.
Die entscheidende Botschaft lautet deshalb nicht: Ein Tag reicht. Sondern: Ein Tag kann ein sehr guter Anfang sein.
Was danach daraus entsteht, kann ganz unterschiedlich aussehen. Vielleicht folgt ein weiterer Austausch. Vielleicht ein Praktikum, eine Beschäftigungsmöglichkeit oder ein ausgelagerter Arbeitsplatz. Vielleicht entwickelt sich eine Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen und einer Werkstatt. Oder beide Seiten nehmen zunächst einfach neue Eindrücke und ein anderes Verständnis füreinander mit.
Wenn aus dieser Offenheit weitere freiwillige und passende Möglichkeiten entstehen, erfüllt der Schichtwechsel eine wichtige Funktion: Er bringt Menschen zusammen und schafft einen Raum, in dem neue Wege überhaupt erst sichtbar werden können.
Wenn du dich mit den nächsten Schritten im Unternehmen beschäftigen möchtest, findest du im Ratgeber Inklusion am Arbeitsmarkt 2025 weitere Zahlen, Hintergründe und Handlungsansätze.
Beim Schichtwechsel tauschen Menschen aus Werkstätten für behinderte Menschen, Tagesförderstätten und anderen Leistungsanbietern sowie Mitarbeitende aus Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts für einen Tag ihre Arbeitsplätze beziehungsweise Arbeitswelten. Ziel ist es, persönliche Begegnung und einen wechselseitigen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Informationen und Anmeldung findest du auf der Projektseite der BAG WfbM.
Teilnehmen können Werkstätten für behinderte Menschen, Tagesförderstätten und andere Leistungsanbieter ebenso wie Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts. Darüber hinaus beteiligen sich beispielsweise Verwaltungen, Kindergärten oder Seniorenheime.
Der bundesweite Aktionstag Schichtwechsel findet am 24. September 2026 statt. Am 24. August waren nach Angaben der BAG WfbM rund 330 Einrichtungen angemeldet. Die BAG WfbM spricht angesichts dieses Anmeldestands von einem möglichen neuen Teilnahmerekord.
Der Aktionstag schafft direkte Begegnungen zwischen Menschen und Arbeitswelten, die im Alltag häufig nur wenige Berührungspunkte haben. Teilnehmende können Tätigkeiten, Fähigkeiten und Arbeitsbedingungen unmittelbar kennenlernen und eigene Erfahrungen sammeln. Daraus können neue Kontakte und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit entstehen.
Unternehmen lernen Menschen, Fähigkeiten und Arbeitsbereiche kennen, mit denen sie bislang möglicherweise wenig direkten Kontakt hatten. Gleichzeitig können Mitarbeitende neue Einblicke in Werkstätten und andere soziale Einrichtungen gewinnen. Daraus können Gespräche über weitere Zusammenarbeit, Praktika, Beschäftigung oder gemeinsame Projekte entstehen.
Ja, das ist möglich, aber nicht jede Begegnung muss zu diesem Ergebnis führen. Es gibt konkrete Beispiele, in denen auf einen Schichtwechsel ein Praktikum oder eine betriebsintegrierte Beschäftigung folgte. Welcher nächste Schritt sinnvoll ist, hängt von den Wünschen der beteiligten Person und den jeweiligen Möglichkeiten ab.
Bei einer betriebsintegrierten Beschäftigung beziehungsweise einem ausgelagerten Arbeitsplatz arbeitet eine Person aus einer WfbM in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarkts, bleibt dabei jedoch grundsätzlich im Rechtsverhältnis zur Werkstatt. Es handelt sich nicht um ein reguläres Beschäftigungsverhältnis beim aufnehmenden Unternehmen. Solche Plätze können der Erprobung und Vorbereitung eines Übergangs dienen, nach § 219 SGB IX aber auch dauerhaft ausgestaltet sein.
Werkstätten sind für viele Menschen ein wichtiger Baustein der Teilhabe am Arbeitsleben. Sie bieten Arbeit, Qualifizierung, Unterstützung und soziale Kontakte und können auf unterschiedliche Unterstützungsbedarfe eingehen. Gleichzeitig sollte eine inklusive Arbeitswelt unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen, darunter Werkstattbeschäftigung, ausgelagerte Arbeitsplätze und Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Entscheidend sind individuelle Wünsche, passende Unterstützung und reale Wahlmöglichkeiten.
Ein sinnvoller erster Schritt ist, den Kontakt zu halten und gemeinsam über mögliche nächste Schritte zu sprechen. Daraus können weitere Begegnungen, Praktika oder Erprobungen, inklusive Beschäftigung, gemeinsame Projekte sowie längerfristige Kooperationen und Geschäftsbeziehungen entstehen. Welche Form passt, hängt von den beteiligten Menschen und Organisationen ab.
Nein. Beides sind unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Aufträge an Werkstätten oder andere soziale Partnerorganisationen können ein Baustein sozial ausgerichteter Beschaffung sein. Sie ersetzen nicht die Frage, welche Beschäftigungs- und Teilhabemöglichkeiten ein Unternehmen selbst anbieten kann. Gleichzeitig können beide Wege sinnvoll nebeneinander bestehen.
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